Kolossalfigur Berolina.
In der Nähe des Warenhauses von Hermann Tietz stand die Berolina, die mit ihren siebeneinhalb Metern Größe seit 1895 den Alexanderplatz beherrschte. Die Kolossaldame, auf ihrem ebenso hohen Podest wurde von den Berlinern viel bespöttelt, aber auch viel geliebt.
Ihre Geschichte ist genauso ungewöhnlich wie interessant. Als Italiens König Umberto 1889 die Hauptstadt besuchte, stellte man ihm zu Ehren eine Gipsfigur auf. Die dargestellte martialische Dame gefiel den Berlinern und dem Magistrat so gut, dass man dem Bildhauer Emil Hundrieser den Auftrag gab, sie in Kupfer zu treiben.
Auf dem Alex thronte die Berolina, die als Wahrzeichen Berlins galt, gut zwanzig Jahre. Beim Bau der U-Bahn 1927 wurde sie entfernt und verschwand für einige Jahre in der Versenkung, bevor sie 1933 etwas weiter südlich wieder aufgestellt wurde. Den Platz behauptete die Berolina bis 1944, ehe sie für die Kriegswirtschaft eingeschmolzen wurde.


