Die Idee vom Weltstadtplatz.

Ende der zwanziger Jahre erfolgte der grundlegende Umbau des Alexanderplatzes, der nie vollendet wurde. Der damalige Stadtbaurat Martin Wagner wollte mit seiner Idee vom Weltstadtplatz den Traum von einem Geschäftszentrum im Osten Berlins, das dem westlichen am Kurfürstendamm ebenbürtig gegenüberstehen sollte, Wirklichkeit werden lassen.

Das Konzept konzentrierte sich auf die reibungslose Bündelung der fünf Straßen, die auf den Platz mündeten. 1929 wurde ein Wettbewerb für die Neugestaltung des Alexanderplatzes ausgeschrieben. Vorgegeben war ein Kreisverkehr, gefordert wurde, einen Großstadtplatz zu schaffen. Die Architektur des Platzes sollte vorranig durch die Elemente Farbe, Form und Licht charakterisiert sein. "Klarste Formen, die während des Tages wie während der Nachtstunden ihre charakteristische künstlerische Wirkung ausüben, sind grundlegende Voraussetzungen des Weltstadtplatzes" so die Vorstellungen von Wagner.

Der Straßenverkehr wurde auf Kreisverkehr umgestellt und die Untergrundbahn in mehrern Etagen eingefädelt. 1930 bis 1932 entstanden dann nach den Plänen von Peter Behrens das Berolina- und das winkelförmige Alexanderhaus , die ein Tor vom Alexanderplatz zur Rathausstraße bilden. Sie sind die einzig realisierten Bauten des 1929 ausgelobten Wettbewerbs. Sechs namhafte Architekten aus Berlin waren dazu eingeladen. Peter Behrens, Träger des zweiten Preises, errichtete die beiden Bauten, die als Ensemble konzipiert waren, im Stil der Neuen Sachlichkeit. Ein Novum in der Berliner Baugeschichte war die Forderung der amerikanischen Investoren, ihre durchrationalisierte Bauprinzipien zu übernehmen und die Berliner Verkehrsbetriebe an der Gestaltung der Untergeschosse und Tunnelanlagen zu beteiligen. Das Ensemble gehörte mit zu den ersten Stahlbetonskeletbauten mit einer zur damaligen Zeit innovativen Fassadenkonstruktion.