Die Stadtkrone Berlins.

Der Alexanderplatz verändert sein Gesicht und die Spuren der internationalen Moderne, der Architekturstil der 60er und 70er Jahre werden zunehmend verdrängt. Im vergangenen Jahrzehnt wurde der Alexanderplatz oft als ein Ort der Unwirtlichkeit wahrgenommen. Zudem entsprach er längst nicht mehr modernen städtebaulichen Gesichtspunkten.

Bereits 1993 lobten die Verantwortlichen für die Berliner Stadtentwicklung einen städtebaulichen Ideenwettbewerb aus, der die Umgestaltung des Alexanderplatzes zum Ziel hatte. Im Mittelpunkt stand dabei zum einen die Belebung des Platzes durch eine Mischung von Wohnen, Gewerbe, Verkehr und Kultur. Urban soll der Charakter des Alexanderplatzes werden — zum Verweilen und Flanieren einladen.

Zum anderen sollten die denkmalgeschützten Behresbauten integriert werden und der Platz sowie sein Umfeld zu einem attraktiven Citybereich entwickelt werden. Der Entwurf des Architekten Prof. Hans Kollhoff und Helge Timmermann erhielt den 1. Preis. Er sieht eine Kombination von Blöcken und Hochhäusern vor, die einerseits die traditionelle Berliner Baustruktur aufnehmen, andererseits die neue großstädtische Dichte schaffen soll.

Ein geschlossener Innenraum mit Straßencafés und überdachten Arkarden soll entstehen. 35 Meter hohe Blöcke, die die Architektur der Behrensbauten aufnehmen, begrenzen den Platz. Mit zehn 150 m hohen Hochhaustürmen, die Kollhoff kreierte, soll Berlin eine neue Stadtkrone erhalten.

Der Bebauungsplan für das große Projekt, von den Einen heftig kritisiert, von den Anderen hoch gelobt, wurde mehrfach überarbeitet und erst im Juni 1999 vom Berliner Senat beschlossen. Die ersten Baumaßnahmen zur Umgestaltung des Platzes laufen bereits seit 2001 — die Straßenbahn fährt wieder über den Alex, der Umbau des Kaufhauses "Galeria Kaufhof" ist abgeschlossen und die Sanierung des Berolinahauses beendet. Allerdings der Bau der Hochhäuser soll bis auf weiteres nicht realisiert werden. Die erforderlichen Sockel für die Hochhaustürme werden jedoch in jedem Fall errichtet. Das Gesicht des Platzes verändert sich.