Der Ochsenmarkt wird hoffähig.

Der Alexanderplatz verdankt seinen Namen einem politisch-gesellschaftlichen Ereignis, dem Staatsbesuch des russischen Zaren Alexander I. beim preußischen König Friedrich Wilhelm III. im Oktober 1805. Bei seinem feierlichen Einzug in die Residenzstadt wurde er auf dem großen Parade- und Exerzierplatz im Osten Berlins empfangen. Damit wurde der Ochsenplatz hoffähig.

Ein Jahrhundert zuvor, im Jahr 1701, war König Friedrich I. in Preußen durch das Georgentor in seine Hauptresidenz Berlin eingezogen. Fortan hießen das Stadttor Königstor, der Festungsgraben Königsgraben und die Straße, die zum Schlossplatz führte, Königsstraße.

Trotz dieser Staatsaktionen stieg der Alexanderplatz keineswegs zu einem Ort der feinen Leute auf. Weder für die Kommunalpolitik noch für die Staatspolitik war der Platz damals von Bedeutung. Auch die bessere Gesellschaft hatte sich nicht in seiner Umgebung angesiedelt.

Anfang des 19. Jahrhundert wird auf dem Alex noch Vieh gehandelt. Zu dieser Zeit, im Jahr 1824, etablierte sich dort ein Theater. Das Königstädtische Theater ist das dritte Berlins, nach der Oper und dem Schauspielhaus.

Die Revolution von 1848 ging auch am Alexanderplatz nicht spurlos vorüber. Die Berliner Arbeiter und Bürger hielten auf dem Alex hartnäckig eine Barrikade gegen die preußischen Truppen. An einer Absperrung in der Neuen Königsstraße hatte Theodor Fontane mitgebaut. Der Dichter wirkte im März 1848 in der Apotheke "Zum Schwarzen Adler", die an der Ecke Neue Königsstraße/Georgenkirchstraße lag. Gemeinsam mit Arbeitern drang er in das Königsstädter Theater ein und trug mit ihnen Gewehre, Speere und Degen aus dem Fundus heraus, berichtet Fontane in seinen Erinnerungen.