Ein Platz für Fußgänger.

Im II.Weltkrieg wurde der Alexanderplatz fast völlig zerstört. Die Neugestaltung des Platzes wird erst 1966, nach sorgfältiger Planung, in Angriff genommen. Erklärtes Ziel der SED-Führung: Der Alexanderplatz soll zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens, des Handels und der Gastronomie Ostberlins werden.

Zunächst wird das Verkehrsnetz grundlegend verändert. Der 1928 geschaffene Kreisverkehr wird wieder aufgelöst, die Straßenbahnen verschwinden völlig, und der Straßenverkehr wird auf verbreiterten Hauptstraßen am Platz vorbei, zum Teil sogar unter ihm hindurch geführt. Der eigentliche Platz — in seiner Ausdehnung viermal so groß wie vor dem Krieg — gehört ausschlißlich den Fußgängern. Zwischen 1967 und 1971 wachsen ringsum den Alexanderplatz die Gebäude. Im Westen wird der Platz vom "Centrum"-Warenhaus begrenzt, das 1970 übergeben wird. Das mit 15.000 m² Verkaufsfläche größte Kaufhaus der DDR, wird über die Alex-Passage baulich verbunden mit dem 123 Meter hohen Hotel "Stadt Berlin". Gegenüber liegt das 1970 — 1973 erbaute Haus des ehemaligen Berliner Verlages. Nördlich vom Alexanderplatz entstehen 1967 bis 1969 das zehngeschossige Haus der Elektroindustrie sowie das Haus des Reisens mit 17 Etagen. Bereits 1961 — 1964 waren an der Ostseite des Alex das Haus des Lehrers und die Kongresshalle erbaut worden.

Der Alexanderplatz wirkt riesig. Einzige Schmuckelemente auf der rund 3 Hektar großen vollstänig mit Betonplatten belegten Fläche sind die Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft.

Noch einmal spielt der Alexanderplatz in der Historie eine bedeutsame Rolle. Am 4. November 1989 versammelten sich dort fast eine Million Menschen zur größten freiwilligen Kundgebung in der Geschichte der DDR und forderten den Rücktritt der Regierung.