Vor den Toren der Stadt.

Die Geschichte des Alexanderplatzes war stets bewegt. Ganz früher lag das Terrain vor den Toren der königlich preußische Residenz. Erst 1750 wurde der Platz ins Stadtbild einbezogen.

Wenn auch der Alexanderplatz historisch gesehen noch recht jung ist, so stammen die erste Hinweise auf Leben an diesem Platz schon aus der Zeit um 1272. Damals soll dort ein Hospital für Aussätzige gestanden haben, das dem heiligen Georg gewidmet war. Der Name blieb erhalten, das dortige Stadttor wurde später Georgentor genannt und die damals außerhalb gelegenen Ländereien heißen seit jeher Georgenvorstadt.

In der zweiten Hälte des 17. Jahrhunderts zieht auf den Platz am Georgentor Leben. Auf dem freien Gelände wird der Berliner Viehmarkt abgehalten, da der Große Kurfürst 1681 das Mästen von Schweinen in der Stadt sowie den Viehhandel auswärtiger Händler innerhalb der Stadtmauern verboten hatte. Bald nennt man den staubige Platz nur noch Ochsenplatz.

Um 1750 werden die Befestigungsanlagen der Stadt geschleift, das Georgentor abgerissen und der Platz eingemeindet. Das erste amtliche Gebäude lässt der König im Jahr 1758 am Ochsenmarkt errichten: ein Arbeitshaus zur Unterbringung "arbeitsscheuer Personen". Man nennt es passend zu seinem Standort "Ochsenkopf". Hier leben Arme, Sieche und Bettler, aber auch Prostituierte und Sträflinge.

Im 18. Jahrhundert war der Ochsenplatz Veränderungen unterworfen. Der kahle, langgestreckte Platz wird zum Exerzier- und Paradeplatz. Bald stehen dort auch Kasernen. Eine davon ist die Reiterkaserne, die später zu einer Arbeiterunterkunft umgebaut wird.